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Besonderheiten der Drucke

Sammler sollten in Erfahrung bringen, ob es sich bei dem Abzug um Eigen- oder Fremddruck handelt. Die Blätter, die der Künstler selbst druckt, sind uns besonders wertvoll, denn durch sie teilen sich uns seine Intentionen am reinsten mit. Nimmt er die Hilfe eines Druckers, also eines hochqualifizierten und erfahrenen Handwerkers in Anspruch (was für die meisten Fälle gilt), sollte der Sammler wissen, wer das ist oder war. Ein Meisterdrucker garantiert für höchste technische Vollkommenheit (z. B. Ehrhardt aus Dresden für Otto Dix oder Hans Theo Richter, Clot für Toulouse-Lautrec, Mourlot, Lacourier oder Desjobert für Picasso, Chagall sowie Arloth aus Leipzig für G. Altenbourg oder Heißig). Zuweilen arbeiten drucktechnisch versierte Künstler als Honorardrucker für Kollegen.

Es ist auch zwischen Hand- und Maschinendruck zu unterscheiden. Wird mit Hilfe der Handpresse gedruckt, handelt es sich um Handdrucke, wenngleich im strengen Sinne des Begriffs der Handdruck nur beim Holzschnitt vorliegt, also wenn der Abzug mit dem Falzbein o. a. direkt von Hand abgerieben wird - erfolgt der Druck mit der Handpresse, liegt eigentlich ein Handpressendruck vor. Aber es hat sich eingebürgert, auch diesen als Handdruck zu bezeichnen. Einige Künstler weisen deshalb darauf hin, wenn wirklich mit der Hand gedruckt worden ist. Der Maschinendruck ist uns aber ebenso wichtig.

Bereits Auflagen von Lovis Corinth und Max Liebermann wurden im Maschinendruck hergestellt. Grieshaber hat einmal notiert, daß sich ein Holzschnitt auf der Handpresse saftiger drucken lasse, die Maschine hingegen einen durchsichtigen Farbauftrag erlaube, der die Maserung des Holzes betonen würde. Auf alle Fälle sind auch im Maschinendruck Ergebnisse machbar, die selbst den anspruchvollsten Sammler befriedigen. In der 2. Hälfte des 20. Jhd. benutzt man den Maschinendruck und andere maschinelle Verfahren (Picasso, Chagall u. a.) souverän und selbstveständlich. Die künstlerische Qualität ist einzigstes Kriterium.

Im einzelnen unterscheidet man Drucke vor und außerhalb der Auflage:

Zustandsdruck (epreuve d'etat).
Beim Zustandsdruck handelt es sich um einen Abzug vom Druckträger, der während des Arbeitsprozesses hergestellt wird und der einen Zwischenzustand wiedergibt. Er setzt eine weitere Veränderung der Arbeit voraus. Z. sind besonders aufschlußreich, weil sie Einblick in die Arbeitsweise des Künstlers geben und weil an ihnen die Entstehung des Werkes verfolgt werden kann. Bei Radierungen Rembrandts sind 7 bis 9 Zustände keine Seltenheit, von Kollwitz kennen wir Abzüge vom 11. Zustand ("Beim Dengeln", 1905), bei Picasso gibt es bis zu 30 Z.-drucke. Zustandsdrucke sind meistens Unikate und oft sehr begehrt.

Probedruck (epreuve d'essai).
Probedrucke, gelegentlich mit Zustandsdrucken verwechselt, sind Abtüge vom endgültigen Zustand eines Druckträgers, die vor der Auflage gemacht werden. Sie als Vorlage für die Druckqualität der gesamten Auflage. Manchmal erscheinen auch kleine Auflagen von bestimmten Zuständen. Dann werden dafür ebenfalls Probeabzüge benötigt. Es kann z. B. den Probedruck eines 3. Zustandes geben, sofern von diesem eine Auflage geduckt worden ist. Die Zahl der P.-drucke ist gering - in der Regel max. bis zu 6 Abzüge.

Zuschußabzüge
Das sind Blätter, die zusätzlich zur Auflage gedruckt werden, um gegebenenfalls einen fehlerhaften Abzug ersetzen zu können.

Variante
Die Variante gibt es in der farbigen Grafik. So ist bei einer Lithografie in 3 Farben der Druck von einer weiteren, 4. Farbe eine Variante. Die Farbholzschnitte von Ernst Ludwig Kirchner z. B. existieren in zahlreichen Varianten. Varianten werden (wie auch die Zustandsdrucke) in den Werkver- zeichnissen nachgewiesen.

Remarque-Drucke
Zuweilen machen Künstler am Rande eines Steins oder einer Platte ein Zeichen oder eine Skizze für die Ätzprobe, um die Wirkung der Säure kontrollieren zu können. Die Skizze wird in der Regel vor dem Auflagendruck entfernt, manchmal bleiben diese Remarques stehen und erscheinen nicht nur auf den Probeabzügen, sondern auf allen Abzügen.

Vorzugsdruck
Drucke auf besonders ausgewähltem Papier, daß für die normale Auflage nicht verwendet wurde. Im allgemeinen sind sie römisch nummeriert.

Künstlerdrucke
Es sind nicht nummerierte Abzüge der Auflage in ihrem endgültigen Zustand, die für Künstler, Herausgeber und Drucker, aber nicht für den Verkauf bestimmt sind, also eigentlich Belegexemplare. Ihre Anzahl sollte 10% der nummerierten Auflage nicht übersteigen. K.-drucke tragen meist den Vermerk E.A., e. a. oder epreuve d'artiste: Obwohl die wörtliche Bedeutung des Begriffs auf Probedruck hinweist, handelt es sich um Drucke außerhalb der Auflage, die in Frankreich auch mit H.C., h.c. oder hors commerce (=nicht für den Handel) bezeichnet werden, in England mit artist's proofs. Es gibt aber auch z. B. bei einigen Berliner Künstlern, gründlich mißverstanden, auf ihren gesamten Auflagendrucken, die für den Verkauf bestimmt sind, den Vermerk E.A.

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